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Bookmarkdienste

01. Juni 2009

Sie schießen wie Pilze aus dem Boden, genau wie vor einigen Jahren die PageRankdienste, Webkataloge oder Artikelverzeichnisse. Ob diese Entwicklung im Sinne der Suchmaschinen ist lässt leichte Zweifel in uns aufkommen. Das Konzept der Bookmarkdienste ist nicht schlecht, aber sehr leicht zu missbrauchen und so wird massenweise Spam entstehen. Schon jetzt ist eigentlich klar, dass das Ausnutzen der Bookmarkdienste zur künstlichen Generierung von massenhaften Empfehlungen, nur ein vorübergehender Trend sein wird. Schon jetzt haben es die meisten Bookmarkverzeichnisse schwer, mehr als eine Ebene nach der Startseite in den regulären Index zu bekommen. Ein Phänomen, welches auch schon bei vielen Webkatalogen zu beobachten war.

Favoriten speichern - bookmarken

Beim Speichern von Favoriten, auch Lesezeichen genannt, geht es in erster Linie darum, für gut befundene Webseiten, deren Inhalt später wieder abgerufen werden soll, so abzulegen, dass sie schnell wieder gefunden werden können. Im Internet angelegte Verzeichnisse haben gegenüber der Favoritensammlung im Browser den Vorteil, dass sie in Kategorien unterteilt, mit eigenen Kommentaren versehen und unter bestimmten Stichworten (Tags) gelistet werden und anschließend weltweit und für jeden Internetsurfer erreichbar sein können. Ein weiterer Vorteil dieser Dienste ist die Zusammenführung Gleichgesinnter. Hier können Benutzer mit gleichen Hobbys Gruppen einrichten oder bereits eingerichtete Gruppen selbst nutzen um spannende Inhalte zu finden und mit anderen Gruppenmitgliedern zu teilen. All diese Tatsachen machen diese Dienste aber auch für SEOs sehr interessant. Die Bookmarks können aber auch so gekennzeichnet werden, dass sie nur für den Besitzer des Accounts sichtbar sind. Dann sind sie auch für die Suchmaschinen nicht erreichbar und als Empfehlungen für diese nicht verwendbar.

Inhalte teilen

Dass Bookmarkdienste von normalen Internetsurfern genutzt werden scheint uns trotzdem eher unwahrscheinlich. Am ehesten scheint dies noch in der Informatikbranche der Fall zu sein. Ob diese dann auf öffentlich stehen ist noch einmal ein anderes Thema.

Hauptsächlich nutzen SEOs diese Dienste um kostenlose Verweise für ihre betreuten Websites zu generieren. Wenn diese Projekte sinnvoll sind, ist dagegen auch gar nichts einzuwenden. Doch unsere Recherchen haben gezeigt, dass massenweise Bookmarks auf viele, teilweise sehr fragwürdige Projekte gesetzt werden. Nach unseren Stichproben zu urteilen, sind höchstens fünf Prozent der gebookmarkten Seiten nicht direkt der SEO-Branche zuzuordnen. Wenn wir uns vor Augen halten, dass in einem solchen Verzeichnis Ottonormalverbraucher wirklich etwas finden oder teilen will, können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass es das ist was dort gelistet ist.

Da die meisten Bookmarkverzeichnisse nicht redaktionell überwacht werden und die Einträge sofort sichtbar werden ist auch das Spamaufkommen um ein Vielfaches höher als dies bei Webkatalogen und Artikelverzeichnissen der Fall ist. Was menschliche Editoren ablehnen würden wird hier ganz zuverlässig gelistet.

Dass die großen Suchmaschinen ihren Algorithmus darauf einstellen werden, dies teilweise schon getan haben, ist sicher klar und es ist nur eine Frage der Zeit bis auch diese Verweisspender an Wert verlieren. Viele Bookmarks schaffen schon jetzt nicht mehr den Weg in den Index der Suchmaschinen. Schaut man sich jedoch vorher die Ebenenstruktur des Bookmarkdienstes an und trägt seine Favoriten nicht wahllos in Massen ein sondern gut ausgewählt, ist nicht nur die Chance groß, dass der Betreiber des Verzeichnisses den Account nicht löscht sondern es hat sich gezeigt, dass diese Favoriten auch am selben Tag, je nach Stärke des Dienstes, noch im regulären Index erscheinen.

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