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Welchen Sinn haben eigentlich Webverzeichnisse?

26.10.2007

Diese Frage haben wir uns in den letzten zwei bis drei Jahren öfter gestellt.

Zur Geschichte des www

Fangen wir einmal mit der Grundidee an. Wir wollen dieses Thema nur kurz zusammenfassen, da es an anderen Stellen im Netz weiterreichende Informationnen gibt. Am Anfang des www standen wenige Webseiten, welche untereinander verknüpft werden mußten um sie anderen Menschen zugänglich zu machen. Nach einer gewissen Zeit begann es unübersichtlich zu werden und es sollte eine gewisse "Ordung" geschaffen werden. Die Idee der Suchmaschinen und Webverzeichnisse war geboren. Da sich Suchmaschinen, genau wie Surfer, von Webseite zu Webseite hangeln, waren zuerst Verzeichnisse, Kataloge, Listen oder ähnliches angesagt. Diese lieferten das Futter für die Suchmaschinen - dies tun sie übrigens auch heute noch.

Die ersten Webkataloge und Suchmaschinen entstehen

Zu Beginn der Webkatalogära ging es darum, Websites, welche vom Webmaster im Katalog angemeldet wurden, zu begutachten und anschließend, wenn sie den Kriterien des Kataloges entsprachen, mit einem Verweis zur Website, in eine passende Kategorie einzutragen oder bei Nichteignung abzulehnen.

Mit fortschreitender Zeit und Zunahme der verfügbaren Websites, wurde auch dieses Vorgehen immer unübersichtlicher. Manuell in Verzeichnissen zu suchen ist sehr zeitaufwendig und das Gesuchte ist oft einfach nicht zu finden. Das rief einige findige Leute auf den Plan und die ersten Suchmaschinen traten ihren Dienst an. Das Suchen über Suchmaschinen ist um einiges komfortabler als das Suchen in zig Webverzeichnissen. Aber diese wurden trotzdem weiterhin gebraucht, lieferten sie doch immer noch das Futter für die Suchmaschinen.

Google verdrängt die bestehenden Suchmaschinen

Einige Zeit später kamen ein paar findige Studenten mit einer Suchmaschine namens Google auf den Markt, damals sicher noch nicht ahnend, dass sie eines Tages das www im deutschsprachigen Raum beherrschen sollten. Suchmaschinen, die bis dato genutzt wurden, traten immer weiter in den Hintergrund und verschliefen z.T. auch die Weiterentwicklung, gerieten somit in Vergessenheit der Suchenden. Google lieferte einfach bessere Ergebnisse. Was der Deutsche einmal weiß, ist nicht mehr aus seinem Kopf zu bekommen. Er ist auch nicht sehr flexibel, sich auf andere Sachen umzustellen oder einfach einmal etwas anderes auszuprobieren. Dieses kommt Google heute sehr zu Gute. Mit Google suchen heute etwa 80-95% der Deutschen. Sie kennen meist auch gar keine Alternative mehr. Wen wundert es, da ja googlen schon im Duden steht. Yahooen oder msnen klingt wohl auch nicht so gut.

Zurück zum Thema. Auch Google mußte, um Ordnung in die Suchergebnisse zu bringen, einen Algorithmus entwickeln, der die Ergebnisse sortiert. Der pr wurde erfunden.

Um nun in den Suchmaschinen, vor allem bei google ganz vorn gelistet zu werden, mußte eine Website mit pr aufwarten können. Da Firmen in den seltensten Fällen Verweise auf Ihre Lieferanten, Kunden oder gar auf die Konkurenz setzen wollen bleibt eigenlich nur die Möglichkeit, diese Websites in Webverzeichnisse einzutragen, was eigentlich auch eine gute Sache ist und von google sogar begrüßt wird.

Das Ende freiwillig gesetzter Verweise

Wie im Leben allgemein, liegen aber auch hier gut und schlecht sehr nahe beieinander und nun kommen wir langsam zur Beantwortung unserer Ausgangsfrage. Bis zur Einführung des pr gut geführte und freiwillig auch gut verknüpfte Websites erhielten auch dementsprechend reichlich pr. Daraus ließ sich jetzt plötzlich viel Geld machen, durch Verkauf von Verweisen von Webseiten mit hohem pr.

Die Einführung des pr war gleichzeitig auch das Ende der freiwilligen Empfehlungen. Webverzeichnisse schossen wie Pilze aus dem Boden. Die besten Eintragsplätze waren verweispflichtig oder wurden nur gegen Bezahlung belegt. Es kam dabei zu Webkatalogen, die nur wenige Websites eintrugen, nämlich nur die, die auch eine Gegenleistung boten. Da auch die Anzahl der eigenen Unterseiten anfänglich eine Rolle spielte, hatten diese Webkataloge zig-tausende Unterseiten im Index ohne auch nur einen Eintrag auf den meisten Unterseiten zu besitzen. Fragt sich Ottonormalverbraucher nun, wieso dieses Konstrukt jetzt Webkatalog heißt, wo doch jede Hobbywebsite mehr freiwillige Verweise, zu oft auch noch passenden Websites besitzt. Verzeichnisse mit vielen leeren Unterkategorien wurden schon beim letzten pr-update abgewertet.

Durch die Einführung von Googles Adsense schossen weitere Webkataloge aus dem Boden, mit den gleichen Anzeichen - leere Kategorien tief verschachtelte Ebenen mit reichlich Adsense und mal hier und mal da ein Eintrag zu einer "normalen Website", so tief im Innern des Ebenengeflechtes versteckt, dass sie ja kein bot mehr findet. Die gut platzierten Einträge, führen zu Seiten wie Handylogos, Klingeltöne oder Sexseiten und gehören, wie könnte es anders sein, dem Betreiber des Kataloges. Webkataloge dienten also oft nur zum Verstecken und pushen anderer fragwürdiger Projekte und die Adsenseeinnahmen sind auch nicht zu verachten.

Erkennt Google gekaufte oder getauschte Verweise?

Schaut man sich heute die Webkataloge an, kann man eigentlich nur sagen, viele davon sind Spamprojekte und es wurde Zeit, dass Google einen Algorithmus entwickelt, der diese Auswüchse beschneidet. Nach dem jetzigen pr-update, im Oktober 2007, scheint es so, als könnte Google gekaufte oder getauschte Verweise teilweise erkennen.

Nicht sinnvoll aber nach unseren Auswertungen logisch erscheint uns, dass der Einbruch vieler Websites an den reziproken 1:1 Verknüpfungen liegt. Auf unserem Hauptprojekt haben wir deutliche Anzeichen dafür. Etwa zwölf Seiten, von etwas um die zweihundert, sind für Empfehlungen von Webverzeichnissen vorgesehen. Diese zwölf Seiten sortieren die Verzeichnisse nach bestimmten Kriterien. Nur fünf dieser Seiten enthalten externe Verweise zu Webkatalogen. Es sind seit gestern zwei Seiten mit grauen Balken dabei, die vorher pr2 hatten. Auf einer dieser abgewerteten Seiten befinden sich nur verweispflichtige Webkataloge, auf der anderen ein weiterer Katalog, der die Ankertags nicht mit javascript versieht, wenn auf den Katalog verwiesen wird.

Unser Fazit zur Ausgangsfrage:
Die Webkataloge, die dahin zurück kehren und wieder das werden, was Webkataloge einmal waren oder wofür der Begriff steht, nämlich Websites in ein Verzeichnis aufzunehmen und dem Besucher damit die Informationen über die eingetragenen Websites zu geben, werden nach wie vor im index bleiben. Übrigens wenn Adsense nicht mehr das Nummer-eins-Kriterium ist, weshalb ein Webkatalog geführt wird, kann sich dann sogar Adsense auszahlen. Adsense ist nicht zu verteufeln. Wenn die Qualität rings herum stimmt, warum kein Adsense schalten?

Kurze Zusammenfassung aus unseren Erkenntnissen:

Was sollten Webkataloge beachten?

- Kein Verweiszwang. Ein gesundes Maß an Einträgen, die auch einen Verweis auf den Katalog setzen. Es gibt Webmaster, die Webkataloge freiwillig empfehlen aber viele fallen wegen extrem schlechter Qualität nicht darunter, auf die z.Z. freiwillig verwiesen wird. (nächsten Punkt berücksichtigen, dann wird's schon)
- Auf der Startseite externe Verweise vor allem zu fragwürdigen Websites entfernen. Auf Kataloge mit fragwürdigen Empfehlungen auf der Startseite wird kein seriöser Webmaster verweisen.
- Auf Qualität der einzutragenden Websites achten.
- Klickscripte entfernen oder die Ergebnisse vom spidern ausschließen
- Sortierreihenfolge fest nach Datum aufsteigend einrichten (wenn User selbst sortieren können soll, diese Listen vom indexieren ausschließen)
- erst verweispflichtige Einträge anbieten, wenn sich so viele Einträge in der Kategorie befinden, dass es für die einzutragenden Websites sehr lange dauern wird, bis sie vom Spider gefunden werden, so nehmen reziproke Verknüpfungen nicht überhand
- flache Ebenenstruktur
- keine leeren Kategorien anlegen, diese erst bei Bedarf einfügen
- kostenlosscripte auf diese Kriterien testen, besser eigenes script schreiben oder für kleine Projekte stink normales html verwenden (für viele in letzter Zeit entstandene Adsensewüsten wären eine handvoll vernünftig geführte html-Seiten vollkommen ausreichend und wahrscheinlich noch im index)

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